Koordinierte Kampagne gegen Ihre Organisation – was jetzt zu tun ist
Aus welcher Richtung der Angriff auch kommt – wir helfen einzuordnen und zu handeln.
Organisierte Empörungswellen, Desinformation, Droh-Mails, Bewertungs-Bombing, gekaperte Kommentarspalten: koordinierte Angriffe folgen Mustern. Wer sie kennt, kann in den ersten 48 Stunden die Weichen richtig stellen. pol•kom ist eine Beratung für Krisenkommunikation, spezialisiert auf Angriffe aus extremistischen Milieus und koordinierte Kampagnen. Wir unterstützen Verbände, Stiftungen, Kultureinrichtungen, Behörden und Unternehmen. Diese Seite fasst zusammen, was jetzt zählt – und was wir übernehmen.
Im akuten Fall: 030 43972449. Sonst: kontakt@polkom.org – werktags antworten wir am selben Tag.
Checkliste Krisenkommunikation: die ersten 24–48 Stunden
- Lage dokumentieren – Screenshots mit URL und Zeitstempel, nichts löschen. Was später angezeigt werden soll, muss gerichtsfest festgehalten sein.
- Intern eine Stimme festlegen; Team informieren und schützen; Meldekette klären: wer sichtet, wer entscheidet, wer meldet.
- Nicht reflexhaft antworten. Erst klären: Wer greift an, wie groß ist die Reichweite wirklich, ist die Welle koordiniert?
- Meldewege und Anzeige prüfen: Plattformmeldung, Trusted-Flagger-Stellen, gegebenenfalls Polizei.
- Betroffene zuerst. Wer im Team persönlich angegriffen wird, braucht Entlastung vor Strategie.
Der erste Schritt
Koordinierte Hasskommentare erkennen: der Koordinations-Check
Viele Wellen sehen koordiniert aus und sind es nicht. Manche sehen harmlos aus und sind es. Wir analysieren Ihre Kommentar- und Nachrichtendaten in zwei Ebenen: quantitativ (Zeitmuster, wiederkehrende Profile über Kanäle hinweg, Merkmale von Fake-Accounts) und qualitativ (Narrative, Tonalität, stilistische Ähnlichkeit, Abgleich mit bekannten Desinformationstaktiken). Sie erhalten innerhalb weniger Tage einen Bericht mit einer klaren Einschätzung, ein Gespräch zur Einordnung und auf Wunsch einen Workshop mit Handlungsempfehlungen.
Koordinations-Check anfragenWie wir in der akuten Lage arbeiten
- Einordnung. Nüchterne Lagebewertung: Welche Kritik ist berechtigt, was ist Nebenschauplatz, wie würde jede Positionierung gelesen?
- Hintergrund. Wer steht hinter dem Angriff, welche Vorgeschichte, welche nächsten Schritte sind wahrscheinlich? Mehr zum Monitoring →
- Strategie. Eine begründete Empfehlung, keine Optionenliste.
- Einsatzfertige Texte. Sprachregelungen, Statements, E-Mails: formuliert, nicht skizziert.
- Reaktiv-Statement und Schweige-Disziplin. Ein vorbereiteter Text für den Fall, dass es doch öffentlich wird; und die Disziplin, ihn nicht vorher zu brauchen.
Manchmal ist begründetes Schweigen die richtige Strategie – mit einem fertigen Statement in der Schublade.
Beratung in der Krisenkommunikation: wann Sie uns brauchen
Wenn der Angriff Ihre Kommunikationskapazität übersteigt: Wir analysieren Akteure und Narrative, formulieren Sprachregelungen, briefen Vorstand und Pressestelle, dokumentieren gerichtsfest und übergeben an Meldestellen und Anwält:innen, begleiten die Lage bis zum Abklingen. Das schließt die Krisenkommunikation in Social Media ein – Kommentarspalten, Direktnachrichten, Bewertungsportale. In laufenden Kampagnen halten wir 48 Stunden nach jeder Veröffentlichung Kommentarspalten und Kanäle im Blick und sind im Notfall erreichbar.
Das gilt auch für Mandatsträger:innen und Mitarbeitende demokratischer Parteien, die wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit Antisemitismus, Rassismus oder Extremismus unter öffentlichem Druck stehen – unabhängig von Ebene: von der ersten Einschätzung der Lage bis zur konkreten Textarbeit.
Wir übernehmen das für Sie – oder wir befähigen Ihr Team, es selbst zu tun.
Aus der Praxis
Ein Bundesverband vermutete hinter einer Welle fremdenfeindlicher Kommentare unter seinen Beiträgen eine koordinierte Kampagne. Unser Koordinations-Check lieferte innerhalb kurzer Zeit eine belastbare Einschätzung – und wurde zum Auftakt eines laufenden Monitorings.
Für die Kanäle einer öffentlichen Institution haben wir während einer laufenden Kampagne die Kommentarspalten nach jeder Veröffentlichung durchgehend moderiert, extremistische Narrative dekonstruiert und anzeigerelevante Kommentare dokumentiert weitergegeben.
Wer wir sind
pol•kom berät Organisationen zu Antisemitismus, Extremismus und digitaler Kommunikation. Seit Jahren beobachten wir antidemokratische Bewegungen und übersetzen dieses Wissen in handlungsfähige Strategien.
Vorbereitung statt Ernstfall
Der beste Zeitpunkt für Krisenkommunikation ist vor der Krise: ein Krisenkommunikationskonzept mit klaren Zuständigkeiten und vorbereiteten Sprachregelungen, eine Krisensimulation mit Ihrem Team, geklärte Meldeketten, Textbausteine und Wortfilter als Ergebnis eines Workshops → – und eine Kooperationsprüfung → vor der Entscheidung, bevor Ihr Name neben dem falschen steht.
Dazu gehört der Schutz der persönlichen Daten Ihres Teams: Digitale Selbstverteidigung →
Wie eine Zusammenarbeit beginnt
Meist mit einem klar begrenzten Auftrag: einem Koordinations-Check, wenn Sie einen Angriff vermuten; einer Kooperationsprüfung vor einer Entscheidung; einem Workshop mit Ihrem Team; einer kompakten Studie zu den Narrativen, die Ihre Themen betreffen. Daraus wird, wo es sinnvoll ist, mehr: ein laufendes Monitoring, ein Leitfaden für Ihre Kommunikation, ein Argumentationstraining. Sie entscheiden nach jedem Schritt neu.
Auf dieser Seite ist der erste Schritt der Koordinations-Check – daraus wird, wo es passt, ein laufendes Monitoring → oder ein Workshop →.
Häufige Fragen
- Sollen wir auf eine Angriffswelle antworten?
- Nicht reflexhaft. Ob Schweigen, Einordnung oder Gegenrede richtig ist, hängt von Akteuren und Reichweite ab – genau das prüfen wir zuerst.
- Ist das ein „Shitstorm“ – oder ein koordinierter Angriff?
- Der Unterschied entscheidet über die Reaktion. Eine Empörungswelle entsteht, wenn viele Menschen gleichzeitig auf einen Anlass reagieren; ein koordinierter Angriff wird organisiert und gesteuert. Von außen sehen beide zunächst gleich aus. Was im einen Fall hilft (erklären, einordnen, um Entschuldigung bitten), kann im anderen den Angriff verlängern. Der Koordinations-Check klärt, womit Sie es zu tun haben.
- Müssen wir uns zum Nahostkonflikt äußern?
- Nicht zwangsläufig. Eine Positionierung ist nur dann sinnvoll, wenn sie aus Ihrem Auftrag und Ihren Werten folgt – nicht, weil Dritte sie einfordern; wer sich unter Druck äußert, wird als Partei gelesen, nicht als Institution. Wir prüfen zuerst, wer die Forderung stellt, welche Reichweite sie hat und was ein Statement in Ihrem Kontext auslösen würde: Was in einem pädagogischen Rahmen richtig ist, kann als Social-Media-Beitrag oder Pressemitteilung falsch sein.
- Wie erkennt man eine koordinierte Kampagne?
- An zwei Ebenen: quantitativ an zeitlichen Mustern, wiederkehrenden Profilen über Kanäle hinweg und Merkmalen von Fake-Accounts; qualitativ an Narrativen, Tonalität und stilistischer Ähnlichkeit. Einzelne Signale beweisen wenig – belastbar wird die Einschätzung erst im Zusammenspiel beider Ebenen. Genau das leistet der Koordinations-Check.
- Wie schnell haben wir eine Einschätzung?
- Der Koordinations-Check braucht in der Regel wenige Tage. In der akuten Lage arbeiten wir schneller.
- Was kostet die akute Begleitung?
- Nach Lage und Umfang. Das Erstgespräch ist unverbindlich und kostenlos – danach erhalten Sie ein klares Angebot. Den Preis für den Koordinations-Check nennen wir auf Anfrage.
- Sind Sie eine Agentur für Krisenkommunikation?
- Dem Namen nach ja – unsere Gesellschaft heißt polkom Kommunikationsagentur GmbH. In der Arbeit sind wir eine spezialisierte Beratung: Wir übernehmen Krisenkommunikation dort, wo Organisationen aus extremistischen Milieus angegriffen werden oder unter einer koordinierten Kampagne stehen – mit Analyse der Akteure, einer begründeten Strategie und einsatzfertigen Texten. Sie arbeiten direkt mit den Berater:innen, die Ihre Lage analysieren. Für Produktrückrufe oder klassische Unternehmenskrisen sind große PR-Agenturen die bessere Wahl; das sagen wir Ihnen im Erstgespräch offen.
- Was gehört in ein Krisenkommunikationskonzept?
- Klare Zuständigkeiten und eine Meldekette (wer sichtet, wer entscheidet, wer meldet), abgestimmte Sprachregelungen, vorbereitete Statements für absehbare Lagen, ein Standard für die gerichtsfeste Dokumentation und die Kontakte zu Meldestellen und Anwält:innen. Ob das Dokument Krisenkommunikationsplan, Konzept oder Krisenhandbuch heißt, ist zweitrangig: Es muss zu Ihrer Organisation passen und geübt sein. Wer mit Angriffen aus extremistischen Milieus rechnet, braucht außerdem eine Einschätzung, von wem und auf welchen Kanälen ein Angriff wahrscheinlich ist. Wir erarbeiten das mit Ihrem Team.
- Kann man Krisenkommunikation üben?
- Ja, und am besten vor dem Ernstfall. Wir arbeiten inhouse mit Ihrem Team: als Workshop oder Training zur Krisenkommunikation an Ihren eigenen Fällen, auf Wunsch mit einer Krisensimulation – einer Krisenübung, in der ein Angriff auf Ihre Kanäle durchgespielt wird. Offene Seminare mit Einzelplätzen bieten wir nicht an.
- Wir sind ein kleiner Verein – lohnt sich das?
- Beratungsstellen unterstützen kostenlos bei vielem: Einordnung von Vorfällen, Schutz von Betroffenen, Meldung und rechtlichen Schritten. Wenn es um Ihre öffentliche Kommunikation unter Druck geht, sagen wir Ihnen im Erstgespräch offen, ob Sie uns dafür brauchen – das Gespräch ist unverbindlich.
pol•kom
Im akuten Fall: 030 43972449. Sonst: kontakt@polkom.org – werktags antworten wir am selben Tag.