Monitoring: Was über Sie gesagt wird, wenn Sie nicht im Raum sind
Verbände, Stiftungen, Behörden und Unternehmen geraten ins Visier, lange bevor die erste Empörungswelle sichtbar wird – in Telegram-Kanälen, auf X/Twitter und Imageboards, in den Kommentarspalten von TikTok und YouTube, in Szene-Medien. Standard-Tools erfassen davon einen Bruchteil. Wir beobachten mit eigener Monitoring-Software, Scraping und forensischer Handarbeit, was sich gegen Ihre Organisation, Ihre Themen und Ihre Beschäftigten richtet – und sagen Ihnen, was es bedeutet.
Vier Formen, ein Handwerk
Dauer-Monitoring (Retainer)
Zu Beginn legen wir gemeinsam den Suchraum fest – Plattformen, Akteure, Begriffe, Ihre Themen und Termine. Dann: Alerts bei Falschbehauptungen, Angriffen und beginnenden Wellen. Regelmäßig ein Narrativ-Bericht: was gesagt wird, von wem, mit welcher Dynamik. Und im Strategiegespräch klären wir: halten oder abwehren? Dazu laufende Nachjustierung des Suchraums, etwa in Wahlkampfphasen und um Ihre eigenen Großereignisse.
Ereignis-Monitoring
Für den Zeitraum vor und während einer Veranstaltung: Wo wird gegen Ihr Ereignis mobilisiert, von wem, mit welchen Mitteln – in mehreren Städten gleichzeitig, wenn nötig. Klar begrenzter Zeitraum, engmaschige Lagemeldungen, Übergabe an Ihre Sicherheits- und Kommunikationsverantwortlichen.
Kampagnen-Begleitung
Während Ihre Kampagne läuft, beobachten wir die Räume, in denen sich Gegner:innen organisieren, und erkennen Eskalationen, bevor sie Ihre Kanäle erreichen – auf Wunsch kombiniert mit operativem Community Management in den ersten Stunden nach jeder Veröffentlichung.
Kampagnen-Forensik / Koordinations-Check
Einmalig, in wenigen Tagen: Ist die Welle koordiniert, wer steckt dahinter, wo ist der Ursprung? „Patient-Null“-Rückverfolgung bis zum ersten Posting. Mehr dazu unter Krisenkommunikation →
Warum Stichwortsuche nicht reicht
Extremistische und menschenfeindliche Kommunikation kommt selten als Stichwort. Sie arbeitet mit Umwegkommunikation, mit Codes, die sich ständig wandeln, und mit einem Subtext, den keine Wortliste erfasst – Antisemitismus ist dafür das deutlichste Beispiel. Wer nur zählt, was Software findet, sieht die Dynamik einer Szene – nicht ihre Substanz. Wir arbeiten deshalb akteurszentriert: von den relevanten Akteuren aus entlang ihrer Vernetzungen, mit klaren, vorher festgelegten Kriterien. Unsere eigene Monitoring-Software und Scraping-Werkzeuge verschaffen uns die Breite – die Einordnung bleibt Handarbeit. Und wir sagen offen, was ein Monitoring nicht leisten kann: Vollständigkeit gibt es nicht, absolute Zahlen über „die Menge“ an menschenfeindlichen Inhalten sind wenig aussagekräftig – Bewegungen über die Zeit dagegen schon.
Wir beraten auch Forschungs- und Monitoringprojekte beim Design: Kriterien, Plattformauswahl, Stichwortlisten, Grenzen der Methode.
Der erste Schritt
Wissen, wo Sie stehen: die Bestandsaufnahme
Einmalig und klar begrenzt: Wir sichten, was aktuell über Ihre Organisation, Ihre Themen und Ihre Führungspersonen gesprochen wird – auf den relevanten Plattformen, in Szene-Medien, in den Räumen, die Standard-Tools übersehen. Sie erhalten einen kompakten Bericht: Lage, Akteure, beginnende Narrative – und eine ehrliche Empfehlung, ob ein laufendes Monitoring sinnvoll ist oder Beobachten vorerst reicht.
Bestandsaufnahme anfragenSelbst beobachten lernen
Sie wollen ein internes Monitoring aufbauen? Wir zeigen Ihrem Team Kriterien, Quellen und Grenzen – als Modul in einem Workshop →
Aus der Praxis
Ein Bundesverband lässt durchgehend beobachten, wie rechtsextreme Akteure über ihn und seine Themen sprechen – vom Kommentar bis zum Imageboard – und erhält regelmäßig Narrativ-Berichte.
Eine Kampagnenorganisation ließ im Vorfeld gleichzeitiger Demonstrationen in mehreren Städten die Mobilisierung in regionalen und bundesweiten Telegram-Kanälen beobachten.
Warum wir
Jahrelange Feldbeobachtung extremistischer Szenen und Milieus, gleich aus welcher Richtung – quellennah, dokumentiert, mit eigenen Werkzeugen. Mehr unter Team →
Was wir nicht sind
Mobile Beratungsstellen unterstützen Betroffene kostenlos – wichtig und richtig. Kontinuierliches, organisationsspezifisches Monitoring mit Berichtsweg, Alerts und Strategiegespräch ist eine andere Leistung. Und anders als Medienbeobachtung zählen wir nicht Erwähnungen, sondern lesen Szenen.
Wie eine Zusammenarbeit beginnt
Viele Kunden starten mit einem begrenzten Auftrag: einer Bestandsaufnahme, einem Koordinations-Check zu einer laufenden Welle oder einem Ereignis-Monitoring zum nächsten exponierten Termin. Daraus wird, wo es sinnvoll ist, ein Retainer.
Wer wir sind
pol•kom berät Organisationen zu Antisemitismus, Extremismus und digitaler Kommunikation. Seit Jahren beobachten wir antidemokratische Bewegungen und übersetzen dieses Wissen in handlungsfähige Strategien.
Häufige Fragen
- Was unterscheidet das von Medienbeobachtung?
- Medienbeobachtung zählt Erwähnungen. Wir lesen Szenen: wer, warum, mit welcher Absicht – auch dort, wo Clipping-Dienste nicht hinkommen.
- Welche Quellen, welcher Datenschutz?
- Wir arbeiten datenschutzbewusst und verhältnismäßig; welche Räume wir einbeziehen und wie, besprechen wir im Einzelfall – abhängig von Lage, Auftrag und rechtlichem Rahmen. Personenbezug nur, wo er für die Einordnung nötig ist.
- Retainer oder einmalig?
- Beides – siehe die vier Formen. Ereignis-Monitoring und Koordinations-Check sind klar begrenzte Einzelaufträge.
- Ab welcher Größe ist Monitoring sinnvoll?
- Es gibt keine Mindestgröße. Entscheidend ist die Lage: Wer im Visier steht oder einen exponierten Termin plant, profitiert unabhängig von der Teamgröße – der Suchraum wird entsprechend zugeschnitten.
pol•kom
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